Dienstag, 4. August 2026

Linux - Fehlgeschlagene Befehle (sudo) nicht zweimal eintippen

Wer regelmäßig unter Linux oder in WSL arbeitet, kennt die Situation: Ein Befehl wird eingegeben, anschließend erscheint die Meldung "Permission denied" oder "Operation not permitted". Der Grund ist in der Regel simpel: Es fehlen Root-Rechte.

Der Reflex vieler Anwender ist dann, den kompletten Befehl noch einmal einzugeben und davor ein sudo zu setzen:
sudo apt update
sudo mkdir /opt/test

Bei langen Befehlen kann das allerdings ziemlich lästig sein. Glücklicherweise gibt es einen kleinen Bash-Trick: sudo !!


Was macht !!?

Die Zeichenfolge !! steht in der Bash für den zuletzt ausgeführten Befehl.

Beispiel: 
mkdir /opt/test
mkdir: cannot create directory '/opt/test': Permission denied
sudo !!

Die Shell ersetzt !! automatisch durch den vorherigen Befehl und führt effektiv Folgendes aus: 
sudo mkdir /opt/test

Das spart Zeit und reduziert Tippfehler.


Noch praktischer: Das letzte Argument wiederverwenden

Neben !! gibt es einen weiteren hilfreichen Platzhalter: 
!$

!$ steht für das letzte Argument des vorherigen Befehls. 

Beispiel: 
mkdir test1/test2/test3

Anschließend kann direkt in das neu angelegte Verzeichnis gewechselt werden: 
cd !$

Die Shell erweitert dies zu: cd test1/test2/test3


Fazit

Die Bash-History bietet viele kleine Funktionen, die den Arbeitsalltag erleichtern. Gerade die beiden Platzhalter

  • !! → letzter Befehl
  • !$ → letztes Argument des vorherigen Befehls

gehören zu den Tricks, die man einmal lernt und anschließend nicht mehr missen möchte. Besonders bei administrativen Arbeiten auf Linux-Systemen oder in WSL können sie täglich einige Tastaturanschläge sparen und den Workflow beschleunigen.

Montag, 3. August 2026

Altes Chromebook, neues Leben: Linux statt ChromeOS

Viele ältere Chromebooks verschwinden nach dem Ende des offiziellen Supports in der Schublade. Dabei steckt in den Geräten häufig noch ausreichend leistungsfähige Hardware für alltägliche Aufgaben. Mit etwas technischem Aufwand lassen sich zahlreiche Modelle in vollwertige Linux-Notebooks verwandeln.


Der Umbau eines Chromebooks zu einem Linux-Notebook erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst muss geprüft werden, ob das jeweilige Modell unterstützt wird. Eine Übersicht kompatibler Geräte findet sich auf der MrChromebox-Projektseite:
Nach der Aktivierung des Entwicklermodus und der Deaktivierung des Schreibschutzes kann die Firmware aktualisiert werden. Das Installationsskript wird direkt aus einer Linux-Shell gestartet:

cd
curl -LO https://mrchromebox.tech/firmware-util.sh
sudo bash firmware-util.sh


Das Skript erkennt das Chromebook-Modell automatisch und bietet verschiedene Optionen zur Firmware-Installation an. Für den Betrieb eines vollwertigen Linux-Systems wird in der Regel die Option "Install/Update UEFI Firmware (Full ROM)" verwendet.

Anschließend kann über einen bootfähigen USB-Stick eine Linux-Distribution wie Fedora oder Ubuntu installiert werden. Nach Abschluss der Installation stehen aktuelle Softwarepakete, Sicherheitsupdates und die gewohnte Linux-Umgebung zur Verfügung.

Weitere Informationen bietet die offizielle Projektseite:


Worauf man achten sollte

  • Vor dem Umbau unbedingt ein Backup erstellen.
  • Nicht jedes Chromebook wird vollständig unterstützt.
  • Einige Modelle erfordern das Entfernen einer Schreibschutzschraube oder das Abklemmen des Akkus.
  • Touchpad, Audio oder Sondertasten können modellabhängig Nacharbeiten erfordern.
  • Durch den Firmwarewechsel kann ChromeOS nicht ohne Weiteres wiederhergestellt werden.


Praxisfazit: In meinem Beispiel wurde ein Lenovo ThinkPad C13 Yoga Chromebook erfolgreich mit Fedora Linux ausgestattet. Das Gerät erhält dadurch weiterhin aktuelle Updates und kann trotz ausgelaufenem ChromeOS-Support noch viele Jahre produktiv eingesetzt werden.