Montag, 12. Oktober 2026

Steam Deck - KDE Plasma-Benutzeroberfläche neustarten

Ab und an kommt es bei mir vor, dass die KDE Plasma-Benutzeroberfläche bei meinem Steam Deck nicht mehr zur Verfügung steht.


Um die KDE Plasma-Benutzeroberfläche im Desktop-Modus des Steam Decks neu zu starten (ohne sich komplett abzumelden oder in den Gaming-Modus zu wechseln), kann man ganz einfach die Konsole (Terminal) starten und den folgenden Befehl ausführen:

systemctl --user restart plasma-plasmashell

Um die Konsole (das Terminal) im Desktop-Modus des Steam Decks zu öffnen, gibt es zwei schnelle Möglichkeiten:

Über das Suchfeld (KRunner)

1. Drücken Sie die Tastenkombination "Alt + Leertaste" (falls Sie eine Tastatur angeschlossen haben), um die Suchzeile zu öffnen.
2. Tippen Sie "konsole" ein.
3. Drücken Sie Enter.

Über das Anwendungsmenü (Startmenü)

1. Klicken Sie unten links auf das Steam Deck Logo (Startmenü).
2. Klicken Sie auf den Reiter System.
3. Wählen Sie in der Liste den Eintrag Konsole (Terminal).


KI braucht Strom: Deutschlands geplanter Rechenzentrums-Boom

Künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und Digitalisierung treiben den Bedarf an Rechenleistung massiv nach oben. Eine aktuelle interaktive Karte des Aktionsbündnisses „Heiße Luft“ zeigt, dass in Deutschland derzeit rund 100 große Rechenzentren geplant oder bereits im Bau sind. Viele dieser Anlagen benötigen Anschlussleistungen von mehreren hundert Megawatt und sorgen damit für einen deutlich steigenden Strom- und Flächenbedarf.

Besonders interessant: Die Betreiber suchen gezielt Standorte mit guter Anbindung an das Hochspannungsnetz und einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Auswirkungen auf Stromnetze, Flächenverbrauch und teilweise auch den Wasserbedarf stärker betrachtet werden müssen.

Die interaktive Karte macht sichtbar, wie stark der Ausbau inzwischen fortgeschritten ist und welche Regionen besonders vom KI- und Cloud-Boom betroffen sind.

Mittwoch, 9. September 2026

FRITZ!Box - Adblocker direkt nutzen mit FRITZ!OS 8.50, als Alternative zum Raspberry-Pi-Projekt Pi-hole

Mit dem kommenden FRITZ!OS 8.50 integriert AVM erstmals einen DNS-Filter direkt in die FRITZ!Box. Damit lassen sich Werbung, Tracking, Malware und andere unerwünschte Inhalte zentral für alle Geräte im Heimnetz blockieren. Die Filterung erfolgt direkt auf Router-Ebene und funktioniert somit unabhängig von Betriebssystem oder Browser.

Besonders interessant: Die FRITZ!Box kann externe Sperrlisten einbinden und automatisch aktualisieren. Dadurch werden bekannte Werbe- und Tracking-Domains bereits bei der DNS-Auflösung blockiert.

Für viele Anwender könnte dies eine einfache Alternative zu Lösungen wie Pi-hole darstellen. Wer sich näher mit dem Thema Netzwerk-weites Adblocking beschäftigen möchte, findet hier meine Anleitung zur Einrichtung von Pi-hole auf einem Raspberry Pi:

Ich bin gespannt, wie sich die neue Funktion nach der offiziellen Freigabe von FRITZ!OS 8.50 in der Praxis bewährt. Für viele FRITZ!Box-Nutzer dürfte der Weg zu einem werbeärmeren Heimnetz damit deutlich einfacher werden.

 

Dienstag, 1. September 2026

WordPress - REST API Informationspreisgabe über Medien-Endpunkte

Im Rahmen einer aktuellen Analyse wurde die öffentliche WordPress REST API einer Website betrachtet. Dabei zeigte sich ein typisches Bild vieler WordPress-Installationen: Während die Benutzer-Enumeration bereits erfolgreich abgesichert wurde, ist die Medienbibliothek weiterhin umfangreich über die REST API abrufbar.

Untersucht wurden die öffentlich erreichbaren Endpunkte:

  • /wp-json/
  • /wp-json/wp/v2/media
  • /wp-json/wp/v2/users

Die Benutzerabfrage liefert erwartungsgemäß einen 401 Unauthorized Fehler. Eine Auflistung von WordPress-Benutzern ist somit nicht möglich und eine häufig kritisierte Schwachstelle wurde bereits geschlossen.


Wo liegt weiterhin ein Risiko vor?

Der Medien-Endpunkt stellt weiterhin umfangreiche Informationen ohne Anmeldung bereit. Dazu gehören unter anderem:

  • Dateinamen und Upload-Zeitpunkte
  • Bildgrößen und Dateigrößen
  • Verknüpfungen zu Seiten und Beiträgen
  • Autoren-IDs
  • Direkte Links zu Originaldateien

Für Angreifer sind solche Informationen interessant, da sie die automatisierte Analyse einer Website erleichtern und wertvolle OSINT-Daten liefern können.

Wurde ein Sicherheitsvorfall festgestellt?

Nein.

Im untersuchten Datenbestand fanden sich keine Hinweise auf:

  • vertrauliche Dokumente
  • Zugangsdaten oder API-Keys
  • Datenbank-Backups
  • Konfigurationsdateien
  • Schadcode oder kompromittierte Inhalte

Die öffentlich erreichbaren Dateien beschränkten sich überwiegend auf Bilder, Grafiken und Marketingmaterial.

Bewertung

Aus Security-Sicht handelt es sich aktuell nicht um einen Incident, sondern um ein klassisches Hardening-Thema. Die Funktionalität der REST API ist grundsätzlich vorgesehen, sollte jedoch regelmäßig überprüft und auf das tatsächlich benötigte Maß reduziert werden.

Empfehlungen

  • Regelmäßige Prüfung der Medienbibliothek auf veraltete oder nicht mehr benötigte Uploads
  • Überprüfung, welche REST-Endpunkte wirklich öffentlich erforderlich sind
  • Entfernung sensibler Metadaten aus Bilddateien
  • Regelmäßige Security Reviews von WordPress, Themes und Plugins
  • Dokumentation und Nachverfolgung von Hardening-Maßnahmen

Fazit

Die Untersuchung zeigt, dass Sicherheitsmaßnahmen bereits teilweise umgesetzt wurden. Insbesondere die Absicherung der Benutzerliste ist positiv zu bewerten. Gleichzeitig bleibt die öffentlich zugängliche Medienbibliothek ein potenzieller Informationslieferant für OSINT-Recherchen und sollte im Rahmen eines kontinuierlichen Security Hardenings überprüft werden.

Security ist nicht nur das Schließen von Schwachstellen, sondern auch die bewusste Reduzierung unnötiger Informationspreisgabe. 


Dienstag, 4. August 2026

Linux - Fehlgeschlagene Befehle (sudo) nicht zweimal eintippen

Wer regelmäßig unter Linux oder in WSL arbeitet, kennt die Situation: Ein Befehl wird eingegeben, anschließend erscheint die Meldung "Permission denied" oder "Operation not permitted". Der Grund ist in der Regel simpel: Es fehlen Root-Rechte.

Der Reflex vieler Anwender ist dann, den kompletten Befehl noch einmal einzugeben und davor ein sudo zu setzen:
sudo apt update
sudo mkdir /opt/test

Bei langen Befehlen kann das allerdings ziemlich lästig sein. Glücklicherweise gibt es einen kleinen Bash-Trick: sudo !!


Was macht !!?

Die Zeichenfolge !! steht in der Bash für den zuletzt ausgeführten Befehl.

Beispiel: 
mkdir /opt/test
mkdir: cannot create directory '/opt/test': Permission denied
sudo !!

Die Shell ersetzt !! automatisch durch den vorherigen Befehl und führt effektiv Folgendes aus: 
sudo mkdir /opt/test

Das spart Zeit und reduziert Tippfehler.


Noch praktischer: Das letzte Argument wiederverwenden

Neben !! gibt es einen weiteren hilfreichen Platzhalter: 
!$

!$ steht für das letzte Argument des vorherigen Befehls. 

Beispiel: 
mkdir test1/test2/test3

Anschließend kann direkt in das neu angelegte Verzeichnis gewechselt werden: 
cd !$

Die Shell erweitert dies zu: cd test1/test2/test3


Fazit

Die Bash-History bietet viele kleine Funktionen, die den Arbeitsalltag erleichtern. Gerade die beiden Platzhalter

  • !! → letzter Befehl
  • !$ → letztes Argument des vorherigen Befehls

gehören zu den Tricks, die man einmal lernt und anschließend nicht mehr missen möchte. Besonders bei administrativen Arbeiten auf Linux-Systemen oder in WSL können sie täglich einige Tastaturanschläge sparen und den Workflow beschleunigen.

Montag, 3. August 2026

Altes Chromebook, neues Leben: Linux statt ChromeOS

Viele ältere Chromebooks verschwinden nach dem Ende des offiziellen Supports in der Schublade. Dabei steckt in den Geräten häufig noch ausreichend leistungsfähige Hardware für alltägliche Aufgaben. Mit etwas technischem Aufwand lassen sich zahlreiche Modelle in vollwertige Linux-Notebooks verwandeln.


Der Umbau eines Chromebooks zu einem Linux-Notebook erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst muss geprüft werden, ob das jeweilige Modell unterstützt wird. Eine Übersicht kompatibler Geräte findet sich auf der MrChromebox-Projektseite:
Nach der Aktivierung des Entwicklermodus und der Deaktivierung des Schreibschutzes kann die Firmware aktualisiert werden. Das Installationsskript wird direkt aus einer Linux-Shell gestartet:

cd
curl -LO https://mrchromebox.tech/firmware-util.sh
sudo bash firmware-util.sh


Das Skript erkennt das Chromebook-Modell automatisch und bietet verschiedene Optionen zur Firmware-Installation an. Für den Betrieb eines vollwertigen Linux-Systems wird in der Regel die Option "Install/Update UEFI Firmware (Full ROM)" verwendet.

Anschließend kann über einen bootfähigen USB-Stick eine Linux-Distribution wie Fedora oder Ubuntu installiert werden. Nach Abschluss der Installation stehen aktuelle Softwarepakete, Sicherheitsupdates und die gewohnte Linux-Umgebung zur Verfügung.

Weitere Informationen bietet die offizielle Projektseite:


Worauf man achten sollte

  • Vor dem Umbau unbedingt ein Backup erstellen.
  • Nicht jedes Chromebook wird vollständig unterstützt.
  • Einige Modelle erfordern das Entfernen einer Schreibschutzschraube oder das Abklemmen des Akkus.
  • Touchpad, Audio oder Sondertasten können modellabhängig Nacharbeiten erfordern.
  • Durch den Firmwarewechsel kann ChromeOS nicht ohne Weiteres wiederhergestellt werden.


Praxisfazit: In meinem Beispiel wurde ein Lenovo ThinkPad C13 Yoga Chromebook erfolgreich mit Fedora Linux ausgestattet. Das Gerät erhält dadurch weiterhin aktuelle Updates und kann trotz ausgelaufenem ChromeOS-Support noch viele Jahre produktiv eingesetzt werden. 

 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Windows [DOS] - Befehle aus der Eingabeaufforderung speichern

Wer regelmäßig mit der Windows-Eingabeaufforderung arbeitet, kennt das Problem: Nach einigen Tests und Befehlen stellt man fest, dass bestimmte Kommandos auch auf anderen Rechnern benötigt werden. Die gute Nachricht: Die Eingabehistorie lässt sich ganz einfach auslesen und speichern.

Windows bietet dafür den Befehl doskey. Mit der Option /history werden alle bisher in der aktuellen Eingabeaufforderung eingegebenen Befehle ausgegeben.

doskey /history

Besonders praktisch ist die Kombination mit einer Ausgabeumleitung. So können die Befehle direkt in eine Textdatei geschrieben und bei Bedarf später angepasst werden:

doskey /history > eingaben.txt 

Die Datei eingaben.txt enthält anschließend die komplette Befehlshistorie der aktuellen Sitzung und kann beispielsweise als Dokumentation oder Vorlage für weitere Arbeiten dienen.
Wer die Befehle später direkt ausführen möchte, kann die Datei auch als Batch-Datei (.bat) speichern. Dadurch entsteht ein kleines Skript, das per Doppelklick oder aus der Kommandozeile gestartet werden kann.

Fazit

Mit doskey /history lassen sich einmal erstellte Befehlsfolgen schnell sichern, dokumentieren und auf andere Systeme übertragen. Das spart Zeit, vermeidet Tippfehler und erleichtert die Wiederverwendung häufiger Kommandozeilenbefehle erheblich.